Aufgefallen · Frl. Traumfigur

Goodbye, Schweinehund

Während ich den einen vermisse, ist mir bis eben gar nicht aufgefallen, dass sich der andere klammheimlich aus dem Staub gemacht hat. Ich habe überhaupt nicht gemerkt, dass er längst nicht mehr bei mir ist. Seit wann eigentlich? Selbst das kann ich nicht genau sagen. Seit ein paar Wochen? Oder sind es schon ein paar kleine Monate?

Auf leisen Pfoten, vermutlich mit hängendem Kopf, ist er gegangen – mein innerer Schweinehund. Zumindest kann ich mich nicht mehr an irgendeine Begegnung mit ihm in den letzten Wochen erinnern. Kein Dazwischen-Funken bei meiner Ernährung. Kein Jammern bei meinen Sportplänen. Aber wo ist er? Kann ein Schweinehund überhaupt verschwinden oder hat er sich nur ein bequemes Fleckchen für einen ausgiebigen Schlaf gesucht? Um später ausgeruht und energiegeladen „zurückzuschlagen“?

Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass es mir gerade ohne ihn ziemlich gut geht. Dass die Theorie, sich in 60 Tagen neue Gewohnheiten anzueignen und zu festigen, bei mir endlich und definitiv aufgegangen ist. Vorgestern vor genau 60 Tagen habe ich in meinen Kalender ein paar Dinge eingetragen, die ich mir fest aneignen möchte:

Gesunde Ernährung – Regelmäßige Sporteinheiten – Mehr Alltagsbewegung – Meditation – Bewegungsreiche Familienaktivitäten

Ganz gemäß der Theorie, dass es leichter sei, sich neue Gewohnheiten zuzulegen statt alte abzulegen. Und was soll ich sagen? Es hat wunderbar funktioniert! Ich zähle via App täglich meine Kalorien (auch an den selten gewordenen Cheatdays), ernähre mich daher fast automatisch ausgewogen.

Sport ist mittlerweile ein so fester Bestandteil geworden, dass ich ihn sofort vermisse, wenn mal etwas dazwischen kommt oder ich einfach einen Ruhetag einlegen muss. Zwar laufe ich inzwischen seit zwei ganzen Jahren mehrmals wöchentlich (jeden zweiten bis dritten Tag), aber beim Thema Muskelaufbau durch Kraftworkout hatte ich bislang so meine Motivationsprobleme auf Dauer. Diese hat Schweinehund glücklicherweise komplett mitgenommen, so dass zu jedem „Laufpausetag“ ein Workouttag passt. Und dazu habe ich vor knapp zwei Wochen mit Yoga angefangen und mich sofort verliebt… Nicht in den Yoga-Trainer, sondern in Yoga selbst. Um die Zeit zwischen den wöchentlichen (und nur achtmal stattfindenden) Kurseinheiten zu nutzen, setze ich neuerdings – entgegen meinem Naturell – auf YouTube-Tutorials. Dazu kann ich euch zum Thema Yoga Mady Morrison explizit empfehlen. Zusammen machen wir jetzt morgens gegen 5 Uhr Yoga in meinem Wohnzimmer. Ich auf dem Boden, sie im Fernseher 😊.

Ja, richtig gelesen – meine Sporteinheiten (unter der Woche) beginnen neuerdings wieder vor 5 Uhr. Egal, ob Laufen, Krafttraining oder Yoga – ich bin danach deutlich wacher als würde ich die Stunde länger schlafen. Auch bekannt als Miracle Morning. Wobei Hal Elrod, Autor und Art Begründer des Miracle Mornings die Extra-Stunde vor dem Aufstehen noch weiter unterteilt. In Schreiben, Lesen, Sport, Meditation etc. Das habe ich auch probiert, schaffe ich in der Zeit allerdings nicht. Dafür mache ich lieber 30 bis 40 Minuten Sport.

Auch beim Thema Alltagsbewegung hat sich etwas getan. Zwar trage ich meinen Schrittzähler seit einiger Zeit schon nicht mehr (vielleicht hole ich ihn demnächst mal wieder aus der Versenkung), dafür lasse ich so fast jeden Fahrstuhl und Rolltreppe links stehen und gehe die Stufen. Den täglichen Weg ins Büro habe ich minimal geändert, so dass ich einzig durch eine andere Buslinie ein paar Meter mehr zu Fuß gehen kann jeden Morgen. Auch die derzeitige Autolosigkeit hat mir übrigens in der Hinsicht keineswegs geschadet – Mindestens der Hinweg zum Supermarkt wird zu Fuß gegangen, viele weitere Fußmärsche folgen seitdem. Und wenn ich es endlich mal schaffe, mein Fahrrad auf Vordermann zu bringen…

Okay, die Punkte Meditation und bewegungsreiche Familienaktivitäten sind noch ausbaufähig. Mit einmal Schwimmbad und dreimal Meditation würde ich das noch keine feste Gewohnheit nennen wollen. Aber die nächsten 60 Tage fangen in meinem Kalender genau heute an. 🙂

So, wer hat aufgepasst? Im ersten Satz schrieb ich von jemandem, den ich vermisse. Um ehrlich zu sein, ganz schrecklich vermisse.

Es ist mein neuer Buddy Herr Sport! Seit Tagen plagen mich Halsschmerzen, gespickt mit anderen Erkältungssymptomen. Zwar deutlich besser werdend, aber um aus den vergangenen Fehlern des letzten Jahres zu lernen, will ich eine Begegnung zwischen Fräulein Erkältung und Herrn Sport lieber vermeiden. Die beiden können sich nicht besonders gut leiden und mit Pech quartiert sich Fräulein Erkältung aus reiner Sturheit noch länger bei mir ein… Alles vor einem Jahr erlebt. Sehr unschön und frustrierend.
Aber ganz heimlich hat mich Herr Sport gestern Abend auf ein kleines Kraftworkout dann doch besucht – ich habe es einfach nicht mehr ausgehalten ohne ihn!

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